Projekte

Hier werden regelmäßig sowohl bereits umgesetzte Projekte der urbanen Landwirtschaft als auch kommunale Interventionen wie Ernährungsstrategien oder auch neue Ideen von Ernährungsräten vorgestellt.

Übersicht

2.000 m² - Die Welt als Acker

Unsere Art zu wirtschaften und zu konsumieren, bringt die globalen Agrarsysteme zunehmend an ihre Grenzen. Böden verlieren an Fruchtbarkeit, die Biodiversität nimmt drastisch ab und Wasser wird knapper. Die Landwirtschaft trägt dabei erheblich zu diesen Krisen bei. Gleichzeitig bleibt der Zugang zu Nahrung weltweit ungleich verteilt, während ein großer Teil der Ernten in Tierfutter, Energiepflanzen oder industrielle Rohstoffe fließt. Rechnerisch stehen jedem Menschen weltweit nur etwa 2.000 m² Ackerfläche zur Verfügung!

Radwege naturnah, essbar und schön

Das Ruhrgebiet befindet sich in einem Wandel zur wohl grünsten Industrieregion der Welt. Zahlreiche Radwege schlängeln sich bereits als grüne Lungen durch die Region. An diesem Netzwerk durchs Ruhrgebiet soll das Schlaraffenband als eine gemeinsame Vision der Ernährungsräte Dortmund, Bochum und Essen entstehen und das Konzept der „Essbaren Stadt“ erlebbar machen. Denn, wer Fahrrad fährt, braucht zwischendurch auch Möglichkeiten zum Pausieren und Verweilen – und dabei auch etwas zum Trinken und Naschen!

Urbane Landwirtschaft und Gewerbe - 
verträgt sich das?

Im Westen Fellbachs treffen landwirtschaftliche Flächen und ein großes Gewerbegebiet direkt aufeinander. Diese Mischung führt zu Problemen wie Flächenversiegelung und fehlender Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Produktion, bietet aber auch Chancen für neue Stadtlandschaften. Ziel des Projekts ist es, Landwirtschaft und Gewerbe zu vernetzen. Durch Verdichtung, klimagerechte Umgestaltung und bessere Nutzung von Ressourcen wie Regenwasser und Abwärme soll eine höhere Aufenthaltsqualität entstehen.

Gesund. Nachhaltig. Vielfältig. Regional.

Entscheidungen der Bürgerinnen und Bürger bezüglich ihrer Ernährung sind vollkommen individuell. Nur durch ansprechende, nachhaltige Verpflegungsangebote, verlässliche Informationen und gute Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, können Veränderungen bewirkt werden. Es braucht ein sorgfältig abgestimmtes strategisches Vorgehen in Zusammenarbeit mit vielen Akteurinnen und Akteuren, um den Wandel zu einer gesunden, klimafreundlichen und nachhaltigen Ernährung voranzutreiben. Eben dieses Vorgehen beschreibt eine Ernährungsstrategie für die Stadt Oldenburg. Sie setzt Ziele und ermöglicht die Abstimmung der Ansätze mit den für die Umsetzung relevanten Akteuren.

Fische und Lebensmittel auf Industriebrache

Das Projekt Hansaponik soll durch die Produktion von Lebensmitteln aufzeigen, dass selbst brachliegende und teils kontaminierte Bereiche der Stadt zur Verbesserung der lokalen Lebensbedingungen und zur Klimaanpassung genutzt werden können. Die urbane Lebensmittelproduktion dient an dieser Stelle nicht nur als produktiver Output, sondern kann gleichzeitig einen stärkeren Bezug der Stadtbevölkerung zum Thema Ernährung herstellen, wissenschaftliche Mehrwerte stiften und das Gemeinschaftsgefühl vor Ort stärken.

 2.000 m² - Die Welt als Acker

Vorstellung des Projekts "Weltacker" in Dortmund

Dieser Beitrag basiert auf einer Zuarbeit (siehe Kontaktdaten).

1. Warum wir das machen

Unsere Art zu wirtschaften und zu konsumieren, bringt die globalen Agrarsysteme zunehmend an ihre Grenzen. Böden verlieren an Fruchtbarkeit, die Biodiversität nimmt drastisch ab und Wasser wird knapper. Die Landwirtschaft trägt dabei erheblich zu diesen Krisen bei. Gleichzeitig bleibt der Zugang zu Nahrung weltweit ungleich verteilt, während ein großer Teil der Ernten in Tierfutter, Energiepflanzen oder industrielle Rohstoffe fließt. Diese Widersprüche sind im Alltag kaum sichtbar, obwohl sie eng mit unseren Konsumentscheidungen verbunden sind.

Rechnerisch stehen jedem Menschen weltweit nur etwa 2.000 Quadratmeter Ackerfläche zur Verfügung, mit denen all diese Bedürfnisse gedeckt werden müssen. Der Weltacker setzt genau hier an: Er macht die begrenzte Ackerfläche der Erde und ihre Nutzung nachvollziehbar und zeigt, welche Zielkonflikte hinter unserem Ernährungssystem stehen. Wir wollen mit dem Weltacker also einen Ort schaffen, der Probleme sichtbar macht, Zusammenhänge erklärt und dazu anregt, über gerechtere und nachhaltigere Lösungen im Ernährungssystem nachzudenken.

 

2. Wie wir dabei vorgehen

Auf dem Weltacker werden rund 45 der (50) wichtigsten Kulturpflanzen der Welt im Maßstab ihrer globalen Anbauflächen angebaut. Das bedeutet, jede Pflanze erhält genau den Platz, den sie auch weltweit einnimmt. So entsteht ein realistisches Abbild unseres Agrarsystems auf etwa 2.000 Quadratmetern. Unsere Gäste können hier auf dem Schultenhof Dortmund direkt sehen, wie viel Fläche etwa für Weizen, Mais, Soja oder Baumwolle benötigt wird – und wie wenig Raum im Vergleich für Obst und Gemüse bleibt. Diese anschauliche Darstellung wird durch Bildungsangebote, Workshops und Führungen ergänzt, die Hintergründe erklären und Raum für Diskussion bieten. Der Weltacker ist demnach nicht nur Ausstellungsfläche, sondern auch ein lebendiger Lernort: Hier wird gemeinsam gegärtnert und experimentiert. In Kooperation mit Schulen, Hochschulen und weiteren Initiativen entstehen Formate, die Wissen vermitteln und gleichzeitig zum Mitmachen einladen.

Durch diesen praxisnahen Ansatz werden komplexe Themen wie Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit, Wasserverbrauch oder globale Lieferketten für ein breites Publikum verständlich und erfahrbar gemacht. Der Aufbau und die Umsetzung des Weltackers werden dabei im Rahmen der Projekte REDESIGN (Horizon Europe) und die Bildungsarbeit auf dem Weltacker von Turn the Tables (EU DEAR PROGRAMME) ermöglicht. Sowohl Aufbau als auch Bildung profitieren enorm vom internationalen Weltackernetzwerk, das mit Knowhow und Materialien unterstützt.

 

3. Unser Lebensmitteltraum

Der LEBENSMITTELtRAUM vom Weltacker ist es, einen Ort zu schaffen, an dem eine gerechtere und nachhaltigere Ernährung für alle erlebbar wird. Er zeichnet sich dadurch aus, dass Menschen zusammenkommen, voneinander lernen und gemeinsam neue Ideen entwickeln können. Als lebendiger Raum mitten in der Stadt verbindet er Bildung, Gemeinschaft und aktives Engagement. Hier werden nicht nur Pflanzen angebaut und genascht, sondern auch Wissen geteilt und Perspektiven erweitert. Mit dem Weltacker wollen wir globale Themen lokal erfahrbar und sichtbar machen. Letztendlich ist unsere Hoffnung, eine Grundlage dafür zu schaffen, dass Menschen in Dortmund und darüber hinaus Verantwortung übernehmen und gemeinsam an einer zukunftsfähigen Gestaltung unserer Ernährungssysteme arbeiten.

Eindrücke vor Ort

Adresse: Schultenhof Dortmund, Stockumer Str. 109, 44225 Dortmund

Kontaktdaten: weltacker@ernaehrungsrat.de

Gefördert im Rahmen von: REDESIGN (Horizon Europe) und Turn the Tables (EU DEAR PROGRAMME) 

 

 Radwege naturnah, essbar und schön

Vorstellung des Schlaraffenbands Ruhr

Dieser Beitrag basiert auf einer Zuarbeit (siehe Kontaktdaten).

1. Warum wir das machen

Das Ruhrgebiet befindet sich in einem Wandel zur wohl grünsten Industrieregion der Welt. Zahlreiche Radwege schlängeln sich bereits als grüne Lungen durch die Region. An diesem Netzwerk durchs Ruhrgebiet soll das Schlaraffenband als eine gemeinsame Vision der Ernährungsräte Dortmund, Bochum und Essen entstehen und das Konzept der „Essbaren Stadt“ erlebbar machen. Denn, wer Fahrrad fährt, braucht zwischendurch auch Möglichkeiten zum Pausieren und Verweilen – und dabei auch etwas zum Trinken und Naschen! Wir wollen dafür sorgen, dass die Radler:innen sich an Naschorten erfrischen. Naschorte fügen sich in Natur und Landschaft ein und bieten Auf-Tankstellen, nach Möglichkeit mit frischem Trinkwasser sowie zahlreichen essbaren (Wild-)Pflanzen, die je nach Jahreszeit etwas zum Naschen anbieten. Ganz nebenbei versorgen sich die Radfahrenden dabei mit wichtigen Vitaminen.

 

2. Wie wir dabei vorgehen

Um einen Naschort einheitlich zu definieren und die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten transparent zu gestalten, haben wir eine Charta mit den wesentlichen Merkmalen eines Naschortes entwickelt. Von Bedeutung ist, dass die Naschorte als konkrete Flächen entlang des Radwegenetzes liegen und essbare Kultur- und Wildpflanzen anbieten. Das können etwa Obstbäume, Beerenhecken Nussgehölze oder Hochbeete und Schattenspender sein, ergänzt durch Sitzmöglichkeiten. Zudem gibt es ein entwickeltes Kommunikationskonzept für die einheitliche Beschilderung der Naschorte zur besseren Wiedererkennung und Auffindbarkeit. Über QR-Codes können Infos zu den Pflanzen und ihrer Verwendung abgerufen werden.

Naschorte werden durch lokale Akteure gestaltet und bereitgestellt, die sich dazu bereiterklären, die Verfügbarkeit der Fläche, die Finanzierung und Pflege des Naschorts sowie Verantwortung im Rahmen der Charta zu übernehmen. Wir als Team vom Schlaraffenband unterstützen den Aufbau und die langfristige Erhaltung eines jeden Naschorts beratend. Zwischen den einzelnen Naschorten wird ein sogenanntes „Wildes Naschband“ entwickelt, das die essbare (Wild-)Pflanzen am Wegesrand, die wir vielleicht nicht so im Blick haben, sichtbar macht – wie Streuobstwiesen, Brombeerhecken, essbare Stauden und Blüten. All jenes haben wir in unserer 10-Punkte-Charta festgehalten.

Konkret haben wir bereits vier Naschorte umsetzen können, die jederzeit zum Auf-Tanken einladen:

1. Neue Insel / Essen

2. Is(S) Hombruch/ Dortmund 

3. Projektgarten Rheinische Straße / Dortmund 

4. Naschort Bonnekamphöhe / Essen

Und viele weitere Naschorte in Planung und Umsetzung!

 

3. Unser Lebensmitteltraum

Das Schlaraffenband Ruhr schafft in erster Linie Er“fahr“barkeit des Konzepts der Essbaren Stadt an den Radwegen im Ruhrgebiet. Gleichzeitig ist es unser Anliegen, darüber hinaus zu mehr Biodiversität, Umweltbildung, Gesundheit und nachhaltiger Mobilität beizutragen. Wichtig ist auch die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Ernährung und das Vermitteln von Selbstwirksamkeit durch unsere Naschorte. Weiterhin kreieren die Naschorte durch die ortsbezogene Gestaltung, die nachbarschaftliche Organisation und als neu geschaffene Erholungs- und Erfahrungsräume zahlreiche Vorteile für das soziale Miteinander in der Region. Nicht zuletzt bietet das Schlaraffenband Ruhr eine Blaupause für ein Konzept der Essbaren Stadt, das auch anderswo unbedingt zur Nachahmung einladen soll! Wer sich für unsere Vision engagieren möchte, ist herzlich willkommen!

Eindrücke vor Ort   ( © Schlaraffenband Ruhr)

 Urbane Landwirtschaft und Gewerbe - 
verträgt sich das?

Vorstellung des Projekts "AGRICULTURE meets MANUFACTURING" in Fellbach

Dieser Beitrag basiert auf einer Zuarbeit (siehe Kontaktdaten).

1. Warum wir das machen

Im Westen Fellbachs treffen landwirtschaftliche Flächen und ein großes Gewerbegebiet direkt aufeinander. Diese Mischung führt zu Problemen wie Flächenversiegelung und fehlender Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Produktion, bietet aber auch Chancen für neue Stadtlandschaften.


Ziel des Projekts ist es, Landwirtschaft und Gewerbe zu vernetzen, anstatt sie getrennt zu betrachten. Durch Verdichtung, klimagerechte Umgestaltung und bessere Nutzung von Ressourcen wie Regenwasser und Abwärme soll eine höhere Aufenthaltsqualität entstehen.


Das Vorhaben ist Teil der Internationalen Bauausstellung 2027 (IBA’27) und wird von der Stadt Fellbach im Rahmen des Teilprojekts „AGRICULTURE meets MANUFACTURING“ getragen. Es dient als Forschungs- und Praxisfeld für nachhaltige urbane Produktions- und Landwirtschaftsmodelle.

 

2. Wie wir dabei vorgehen

Das Projekt „AGRICULTURE meets MANUFACTURING“ in Fellbach wurde schrittweise aufgebaut: Nach einer Dialog- und Erfassungsphase (2021/22) folgten Studien zu Nachverdichtung und Klimaanpassung (2022/23). Parallel laufen Vergabeverfahren, Forschungskooperationen und Gebietskonferenzen.

Im rechtlichen Rahmen werden städtebauliche Sanierungsmaßnahmen, Innenentwicklung und Nachverdichtung vorangetrieben. Beispielhaft sind Wettbewerbe in der Eppingerstraße, bei denen nachhaltige Bauweisen (Holzhybrid, Recyclingbeton) und sozial gemischte Quartiere entwickelt werden.

Beteiligte Akteure sind die Stadt Fellbach, die IBA’27 GmbH, mehrere Planungs- und Architekturbüros (u. a. berchtoldkrass, AMUNT, Hosoya Schäfer), sowie Unternehmen, Landwirtschaftsbetriebe, Expert:innen und Bürger:innen.

Chancen: Zukunftsfähige Quartiersentwicklung, Synergien zwischen Gewerbe und Landwirtschaft, ressourcenschonende Nutzung, Förderung urbaner Landwirtschaft.


Herausforderungen: Hohe Flächenversiegelung erschwert Klimaanpassung und Regenwasserversickerung; zudem erfordert das Projekt die Einbindung von Gewerbetreibenden, Investor:innen und die Klärung rechtlicher Fragen.

 

3. Unser Lebensmitteltraum

Das Projekt „AGRICULTURE meets MANUFACTURING“ verfolgt eine schrittweise Entwicklung:

  • Kurzfristig (bis ca. 2023): Durchführung von Studien, Vergabeverfahren sowie Dialog- und Beteiligungsprozessen.
  • Mittelfristig (bis 2027): Umsetzung erster Maßnahmen, Umgestaltung von Gewerbe- und Landwirtschaftsflächen, Verbesserung der Infrastruktur und Vernetzung von Ressourcen.
  • Langfristig: Entstehung eines nachhaltigen, produktiven Quartiers, in dem Landwirtschaft, Produktion, Wohnen und Arbeiten verknüpft sind – als Vorbild für andere Städte.

Zukunftsvision:
Das Projekt soll Modellcharakter erhalten, übertragbare Lösungen für andere Standorte bieten, lokale Lebensmittelproduktion und Kreislaufwirtschaft fördern sowie lebenswerte und ökologische Stadträume schaffen. 

Aufruf:
Landwirtschaft und Gewerbegebiete dürfen in der Stadtplanung keine passiven Stadträume mehr sein – tagtäglich nutzen diese Stadtteile hunderte von Menschen auf unterschiedlichster Art und Weise. Packen wir gemeinsam die Randgebiete an!

Eindrücke vor Ort

Adresse: Gewerbegebiet Fellbach West und Umgebung, Fellbach

Kontaktdaten: iba@fellbach.de

 

 Gesund. Nachhaltig. Vielfältig. Regional.

Vorstellung der Oldenburger Ernährungsstrategie

Dieser Beitrag basiert auf Oldenburgs Ernährungsstrategie sowie einer Zuarbeit (siehe Kontaktdaten).

1. Warum wir das machen

Das Thema Ernährung wird in kommunalen Klimaschutzkonzepten nur selten adressiert, obwohl laut dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) mindestens 21 Prozent der globalen Treibhausgase in diesem Bereich entstehen. 

Entscheidungen der Bürgerinnen und Bürger bezüglich ihrer Ernährung sind vollkommen individuell. Nur durch ansprechende, nachhaltige Verpflegungsangebote, verlässliche Informationen und gute Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, können Veränderungen bewirkt werden. Wichtig ist hervorzuheben, dass Klimaschutz und gesunde Ernährung leicht in Einklang zu bringen sind. Es braucht ein sorgfältig abgestimmtes strategisches Vorgehen in Zusammenarbeit mit vielen Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Bildung, Zivilgesellschaft und verschiedenen Bereichen der Verwaltung, um den Wandel zu einer gesunden, klimafreundlichen und nachhaltigen Ernährung voranzutreiben.

Eben dieses Vorgehen beschreibt eine Ernährungsstrategie für die Stadt Oldenburg. Sie setzt Ziele und ermöglicht die Abstimmung der Ansätze mit den für die Umsetzung relevanten Akteurinnen und Akteuren.

 

2. Wie wir dabei vorgehen

Oldenburgs Ernährungsstrategie enthält 68 Ansätze, die fünf Handlungsfeldern zugeordnet sind:

  • Außer-Haus-Verpflegung
  • Lebensmittelverschwendung
  • Mehrweg
  • Ernährungsbildung
  • Stadt-Land-Kooperation

Es handelt sich um neue und bereits laufende Ansätze für eine gesunde, vielfältige, nachhaltige und regionale Ernährung in Oldenburg. Ein großer Hebel ist beispielsweise die städtische Gemeinschaftsverpflegung, die mit dem Rahmenkonzept Schulverpflegung bereits sehr gut betreut wird. 

Nach und nach werden neue Ansätze umgesetzt, die allen den Charakter kleiner bis mittelgroßer Projekte haben. Netzwerkarbeit ist stets eine sehr wichtige Voraussetzung, da alle wichtigen Akteurinnen und Akteure die Veränderungen mitgestalten können. Oft hilft es schon, die richtigen Fachpersonen miteinander in Verbindung zu setzen, um neue Wege entstehen zu lassen.

 

3. Unser Lebensmitteltraum

Oldenburg hat bereits ein vielfältiges Verpflegungsangebot und viele regionale Spezialitäten. Viele engagierte Akteure – wie etwa der Oldenburger Ernährungsrat – setzen sich für noch mehr Regionalität, ein breiteres Bio-Angebot und eine nachhaltigere Ausrichtung der Ernährungslandschaft ein. Die Ernährungsstrategie verbindet dieses Anliegen mit vielen konkreten Schritten, die sinnvoll und konstruktiv diese Entwicklung voran treiben.

 Fische und Lebensmittel auf Industriebrache

Vorstellung des Projekts "Hansaponik" in Dortmund

Dieser Beitrag basiert auf einer Zuarbeit (siehe Kontaktdaten).

1. Warum wir das machen

Postindustriell geprägte Stadtteile sehen sich heutzutage mit Herausforderungen konfrontiert, bieten aber zugleich zahlreiche Möglichkeiten für technische und soziale Innovationslösungen. Das Projekt Hansaponik soll durch die Produktion von Lebensmitteln aufzuzeigen, dass selbst diese brachliegenden und teils kontaminierten Bereiche der Stadt zur Verbesserung der lokalen Lebensbedingungen und zur Klimaanpassung genutzt werden können. Die urbane Lebensmittelproduktion dient an dieser Stelle nicht nur als produktiver Output, sondern kann gleichzeitig einen stärkeren Bezug der Stadtbevölkerung zum Thema Ernährung herstellen, pädagogische und wissenschaftliche Mehrwerte stiften und das Gemeinschaftsgefühl vor Ort stärken.

Die initiale Möglichkeit dieses Vorhaben umzusetzen, wurde uns über das EU-geförderte (Horizon 2020) Projekt „proGIreg - productive Green Infrastructures for post-industrial urban regeneration“ ab 2018 gegeben. Nach Projektende 2023 hat die Fachhochschule Südwestfalen den Betrieb vollständig übernommen und soll die Anlage künftig als Teil der Internationalen Gartenausstellung 2027 „Zukunft. Blüht.“ fortführen. 

 

2. Wie wir dabei vorgehen

Um die Lebensmittelproduktion ressourcenschonend und kreislaufgerecht umzusetzen, haben wir uns für den Aufbau einer Aquaponik-Anlage entschieden. Das bedeutet, dass die Pflanzen in sogenannten Raft-Beeten wachsen und dabei nicht in Erde, sondern in eine Art Halterung eingebettet sind und ihre Wurzeln in einem Wasserbecken hängen. Zusätzlich haben wir Fischtanks mit Graskarpfen aufgestellt, die mit ihren Ausscheidungen das den Pflanzen zur Verfügung gestellte Wasser vor allem mit Nitrat düngen. Die Fische bekommen wiederum das durch die Pflanzen gereinigte, im Kreislauf zurückgeführte, Wasser zurück und können durch entstehende Pflanzenreste gefüttert werden. Obwohl die Lebensmittel indoor angebaut werden, nutzen wir aufgefangenes Regenwasser und die Sonnenenergie für den Betrieb. Dadurch können wir fast über das ganze Jahr hinweg Salate, Tomaten, Kräuter und Fische als Lebensmittel vor Ort herstellen – und zwar mit einem deutlichen höheren Ertrag pro Quadratmeter als die konventionelle Landwirtschaft beim Anbau in Erde.

Die Grundlage dafür bilden die beiden von uns errichteten Foliengewächshäuser mit jeweils einer Grundfläche von 200 m² auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei Hansa. Dieser Standort bietet heute als Industriedenkmal eine eindrucksvolle Umgebung für unsere Anlage. Gleichwohl war das Einholen der Baugenehmigung auf ebendieser Fläche ein für alle Seiten neuartiger und damit aufwändiger Prozess. Ebenso mussten wir – zur Sicherstellung der Lebensmittelhygiene – zahlreiche Bau- und Prüfmaßnahmen ergreifen, um nachzuweisen, dass wir hier vor Ort tatsächlich gesunde und frische Lebensmittel erzeugen. Allen Herausforderungen zum Trotz, ist die Anlage nunmehr in Betrieb und erfährt von verschiedenen Seiten große Aufmerksamkeit. Die anwohnende Stadtbevölkerung hat die Möglichkeit, sich Teile der Raft-Beete (kostenpflichtig) zu mieten und eigenständig Lebensmittel anzubauen. Bei Bedarf, erhalten sie Unterstützung in diesem neuen Umfeld der Lebensmittelkultivierung.

 

3. Unser Lebensmitteltraum

Wir möchten mit unserem Projekt exemplarisch verdeutlichen, dass die Produktion von Lebensmitteln an ganz verschiedenen Standorten in der Stadt funktionieren kann – auch, wenn das auf den ersten Blick unmöglich erscheint. Wir haben außerdem mit einer Geschäftsmodellentwicklung aufgezeigt, dass die urbane Lebensmittelproduktion heute und in Zukunft wirtschaftlich tragfähig sein kann. Menschen, die für den eigenen Lebensmittelanbau keinen ganzen Kleingarten oder ähnliches bewirtschaften können oder wollen, sollen auch künftig Alternativen wie unser Konzept in der Wohnumgebung zur Verfügung bereitgestellt bekommen.

Von besonderer Bedeutung ist uns aber vor allem, dass die Menschen vor Ort mitgenommen werden und mehr als nur Lebensmittel entstehen: Das kann eine stärkere Verbundenheit zum Thema Lebensmittel sein, die Förderung von sozialen Interaktionen rund um die Aquaponik-Anlage selbst oder die Schaffung von Mehrwerten für eine nachhaltige Stadtentwicklung im Sinne der Klimaanpassung und Kreislaufwirtschaft.

Eindrücke vor Ort

Adresse: Industriedenkmal Kokerei Hansa, Emscherallee 11, 44369 Dortmund

Kontaktdaten: morgenstern.rolf@fh-swf.de

 

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